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standard, 2015

Revoluzzer am Bäder-Buffet: Freibad-Essen kann auch schmecken
Ein Tag im Bad ohne Pommes und Langos? Für viele unvorstellbar, einige junge Kreative wollen jedoch Essen abseits von Junk-Food anbieten //LINK

Ein Hauch von altem Frittierfett, Tische, auf denen die Ketchupreste der letzten Woche kleben und ein Mitarbeiter, dessen T-Shirt seine besten Tage bereits längst hinter sich hat. Der erste Eindruck entscheidet – auch im Bäderbuffet. Und das ist gut so. Ein zweites Mal möchte man meistens ohnehin nicht hinschauen.

Viele Betreiber von Freibadkantinen bleiben lieber bei Altbewährtem, sind betriebsblind oder lassen sich aufgrund der hohen Gewinnspannen bei der Verwendung von Convenience Food nicht dazu hinreißen, das Schnitzel selbst durch die Panier zu ziehen. Schade, bedarf es doch keiner großen Anstrengung, aus einer lieblosen Frittenbude ein nettes Bäderbuffet zu machen.

Licht am Ende des Tunnels

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen – auch im Freibad. Junge und ambitionierte Gastronomen wollen jetzt mit alten Klischees brechen und zeigen, dass Bäderkantinen mehr können, als Langos und Schnitzelsemmel. …

 

Naturbad mit natürlichem Essen

Abseits des Wiener Freibad-Charmes mit Chlorbecken und Bademeister samt Goldketterl versucht im Burgenland ein Gastronom gehobene Küche mit regionalen Produkten an den Badegast zu bringen. In der idyllischen Kulisse des Naturbades Bernstein verwöhnt Thomas Diezl in seiner Kantine 48 Gäste mit kulinarischen Köstlichkeiten. Bevor der Gastronom das Restaurant im Südburgenland gepachtet hat, tobte er sich in einer Naber-Kaffee-Filiale in Wien aus, die er zu einer Retro-Weinbar umgebaut hat.

Gekannt hatte er das Naturbad Bernstein schon länger. „Das einzige was an diesem wunderschönen Ort noch fehlte, war gutes Essen. Dieser Aufgabe wollten wir uns stellen“, so Diezl und meint damit sich und seine Frau, die ihn tatkräftig unterstützt. Angst, dass sein neues Konzept nicht ankommt, hat der Unternehmer nicht: „Das Naturbad Bernstein war nicht sehr bekannt und auch nicht stark frequentiert. Somit konnte ich auch nicht viele Gäste mit meinem Konzept vergraulen. Alle, die jetzt zu uns kommen, wissen, was sie erwartet.“

Und was erwartet sie? Meeresfrüchte und selbst gebackenes Brot zum Beispiel. Abgerundet werden die Speisen mit – zum Teil biodynamischen – Topweinen und einem herrlichen Blick auf den Naturbadeteich von Bernstein. Für Kinder und solche, die es gerne noch wären, gibt es selbst gemachten Hollersaft. „Pommes in die Fritteuse zu werfen ist wenig Arbeit und kostet auch nicht so viel. Wir kochen alles frisch und kaufen täglich ein. Das ist natürlich auch ein Risiko“, ist sich Diezl bewusst.